Die Geschichte des Kiezmuseums

Willi Bartels (der König von St. Pauli) überlässt 1986 Günter Zint das Erdgeschoss seines Eros-Centers mit den Worten: „Mach was draus…“. In den ersten sechs Wochen kommen etwa 10.000 Besucher; die Ausstellung ist ein voller Erfolg. 1988 aber wird das Eros-Center zu einem Hotel für Flüchtlinge und Aussiedler umgebaut und die Ausstellung muss schließen. Günter Zint hatte seinen Traum vom Sankt Pauli Museum noch nicht ausgeträumt, aber mehrere Versuche repräsentative Räumlichkeiten zu finden scheiterten.

Doch am 8.8.1988 startete das Schmidts am Spielbudenplatz. Zusammen mit den Life-Musikläden Große Freiheit 36, Docks, Sambrasil, Tropica-Brasil und vielen anderen Kleinbühnen, schaffte die Schmidts Crew ein wahres Wunder: Der in Verruf geratene Kiez zog plötzlich wieder Publikum aus allen Schichten an und für ein Museum auf der "Meile" gab es wieder neue Hoffnung. Uns so wurde das Jahr 1989 mit der Gründung des Vereins "Kultur für St. Pauli e.V. zum Geburtsjahr des Sankt Pauli Museums.
1991 erwarb Willi Bartels das ehemalige Zillertal und ließ das Gebäude in den alten Zustand der Gründerzeit zurückversetzen. Historische Fotos aus dem Panfoto-Archiv halfen dabei.

Dann am 100. Geburtstag von Hans Albers dem 22. September 1991 wird das Sankt Pauli Museum in den frisch modernisierten Räumen des ehemaligen Zillertal am Spielbudenplatz von Kultursenatorin Christina Weiss, Paul und Linda Mc Cartney feierlich eröffnet. Doch schon Ende 1992 ist nach Streichung von Fördermitteln und ABM-Stellen wieder Schluss. Das Heimatmuseum wird heimatlos und bleibt es auch bis 2005. Der Fundus wird auf dem Privatgelände von Günter Zint in Fahrendorf eingelagert. Nur die Verwaltung bleibt in Hamburg und ist in einer Bürogemeinschaft mit dem "Panfoto e.V." in der Wohlersallee untergebracht.

Aber auch ohne Räumlichkeiten blieb das Sankt Pauli Museum aktiv und stellte zwischen 1993 und 2004 zu verschiedenen Anlässen Ausstellungen zusammen, die auch über die Grenzen St. Paulis hinaus gezeigt wurden, wie z.B. eine Star-Club-Ausstellung auf dem Spielbudenplatz in Zusammenarbeit mit dem Panoptikum, eine ständige Star-Club/Beatles-Ausstellung mit dem „Rock’n Roll Temple“ in St. Petersburg, oder auch die erfolgreiche Ausstellung "Kiez Kult Alltag" in der Galerie „Multiple Box“ auf der Hamburger Fleetinsel.

Im Jahr 2004 hatte das Museum die vergebliche Hoffnung in das neue Spielbudenplatz-Konzept eingebunden zu werden und eröffnete am 15. Juni 2004 die Galerie „Golden Sixties“ in der Davidstraße 5, um dort wenigstens einen Fuß im „Kiez“ zu haben. Leider ohne Unterstützung von offizieller Seite. Nach dem Tod unseres Ehrenpräsidenten Ernst Bader und sich Willi Bartels auch noch in den Ruhestand zurückgezogen hatte, fehlten uns die beiden wichtigsten Sponsoren.

Ende 2004 will Museumsgründer Günter Zint schon aufgeben, doch dann geschieht ein Wunder. Die Kulturbehörde gewährt doch noch eine Förderung und bindet das Sankt Pauli Museum für eine Übergangszeit an das Museum für Hamburgische Geschichte. Am 28. Mai 2005 wird im Restaurant „Medusa“ der neue Förderverein „St. Pauli Museum e.V.“ gegründet. Viele Freunde und „Promis“ kommen am 26. August 2005 zur Eröffnungsfeier am neuen Standort in der Hein-Hoyer-Straße 56. Erstmals kamen auch verschiedene Vertreter der staatlichen Museen und der Bezirksamtschef Hamburg-Mitte, um zu gratulieren. Immer mit dabei: Erwin Ross (Der Rubens von der Reeperbahn), der in den neuen Räumen seine Galerie installiert hat.

Seit der Eröffnung haben wir maßgeblich mehrere große Ausstellungen mitgestaltet. Zum Beispiel der sehr erfolgreiche Ausstellung „Sexarbeit“ die vom Museum der Arbeit konzipiert und 2007 auch noch in Bern gezeigt wurde, sowie in 2007 und 2008 im Hamburgmuseum die Ausstellungen „The Hamburg Sound“.
Durch die Mitgliedschaft in der Beat-City AG war das Sankt Pauli Museum außerdem vom ersten Tag an der Realisierung des Beatles-Platzes beteiligt und hat dessen Entstehung bis zur Einweihung am 11. September 2008 ausführlich dokumentiert.
Durch die Mitgliedschaft in der Beat-City AG war das Sankt Pauli Museum außerdem vom ersten Tag an der Realisierung des Beatles-Platzes beteiligt und hat dessen Entstehung bis zur Einweihung am 11. September 2008 ausführlich dokumentiert.