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Herzlich Willkommen im Sankt Pauli Museum!

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Aus Geschichten wird Geschichte
Erleben Sie den berühmtesten Stadtteil Hamburgs in einem Rundgang durch seine wechselvollen Zeiten. In der ständigen Ausstellung präsentiert das Sankt Pauli Museum einzigartige Exponate und Bilder, die die abwechslungsreiche Entwicklung St. Paulis vom Mittelalter bis zur Gegenwart lebendig illustrieren.

Erfahren Sie, warum ausgerechnet ein Kloster Ausgangspunkt der Geschichte des „sündigen“ Stadtteils ist, die Herbertstraße Sichtblenden hat und dass sich hinter Nutella nicht nur ein süßer Brotaufstrich verbirgt.

Wechselnde Sonderausstellungen und Veranstaltungen des Sankt Pauli Museums geben zusätzlich Einblicke in Facetten, die St. Pauli unverwechselbar machen.

Beginnen Sie Ihre Entdeckungsreise durch St. Pauli mit einem ebenso unterhaltsamen wie tiefgründigen Besuch in unserem Museum. Und starten Sie dann gut eingestimmt zu Ihrer Tour durch unser lebens- und liebenswertes Viertel.

When too perfect...
St. Pauli
Seit 1894 ein Stadtteil von Hamburg und heute mitten im Herzen der Großstadt. Etwa 28.000 Einwohner auf 2,4 Quadratkilometer und über 20 Millionen Besucher im Jahr.

Bloße Zahlen aber können das vielschichtige Bild dieses Stadtteils nicht einmal annähernd wiedergeben, denn durch seine außergewöhnliche Geschichte, den Hafen und die vielfältigen Einflüsse aus aller Welt hat sich hier eine offene, tolerante und nachbarschaftliche Kultur entwickelt, die einmalig ist auf der Welt.

Das sich das Vergnügungsgewerbe, das heute so wichtig ist für das Steueraufkommen der Hansestadt, einst in diesem Viertel etablierte, hängt unmittelbar mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt zusammen. Nachdem im Juni 1816 erstmals ein Dampfschiff an den heutigen St.-Pauli-Landungsbrücken festgemacht hatte, entstanden aufgrund des Andrangs der Seeleute immer mehr Kneipen und Vergnügungsetablissements. Die provisorischen Holzbuden entlang des Spielbudenplatzes und der Reeperbahn verschwanden. An ihrer Stelle entstanden großartige Gebäude. Sie beherbergten Theater, Ball- und Kaffeehäuser, die schon nach kurzer Zeit in ganz Europa bekannt waren. Klingende Namen wie „Der Trichter“, „Ludwig’s Konzerthaus“, „Ernst-Drucker-Theater“ (heute: St. Pauli Theater) oder auch „Knopf’s Lichtspieltheater“ zaubern noch heute ein Lächeln in das Gesicht vieler St. Paulianer und sie legten den Grundstein für eine kulturelle Vielfalt, die bis heute besteht und ihres Gleichen sucht.
Im Hippodrom nachts um halb eins...
Im Revolutionsjahr 1848 waren bereits 19 Bordelle zugelassen. Die Matrosen führten sich auf dem Kiez ähnlich auf wie die Cowboys im Wilden Westen, denn nicht nur für Schnaps und käufliche Liebe hauten viele von ihnen einen Wochenlohn auf den Kopf, auch der Ritt auf einem betrunkenen Kamel war stets beliebt. Mit den Containerschiffen verschwanden aber die betrunkenen Seeleute mit ihren Uniformen, trotzdem setzt die breite Öffentlichkeit St. Pauli immer noch gleich mit dem Rotlichtviertel, seinen teilweise sattsam bekannten Originalen und Paradiesvögeln.

Dass St. Pauli aber mehr ist als das, lässt sich schon anhand der Zahlen leicht erklären, denn der Kiez macht mit seinen 80.000 Quadratmetern nur ein Drittel des Stadtteiles aus.

Der Ursprung vieler Veränderungen lässt sich Mitte der 80er-Jahre auf dem Kiez ausmachen. Das Geschäft mit der Prostitution litt darunter, dass die potentiellen Freier Angst vor AIDS hatten und das wiederum wirkte sich auf das ganze Rotlicht-Business aus. Bald wurden billige Räume frei. Darüber hinaus entwickelte sich Ende der Achtziger eine neue Club- und Dance-Kultur. Als auf dem Kiez eine neue Undergroundszene entstand, wurde St. Pauli auch als Wohnort attraktiv.
Wohnzimmer St. Pauli
Dennoch gibt eine Welt jenseits der vielen Welten von Subkultur und New Business, jenseits der vielen Projekte, die manchmal nur für ein paar Monate wichtig sind - und manchmal liegen die Mikrokosmen nur ein paar Meter auseinander. Zum Beispiel am Hein-Köllisch-Platz. Da genießen die Besucher eines Restaurants die feinen Salate sowie das mediterrane Flair und im Café schräg gegenüber sitzen viele Gäste wegen Stuhlmangels bereits auf dem Kopfsteinpflaster. Doch bloß ein paar Schritte weiter, auf einer Bank, lassen zwei Alkoholiker ihrem Blues freien Lauf. Sie leben in den ohne Esprit gebauten Sozialwohnungen um die Ecke, die aber natürlich nie Teil der pittoresken Bildtapeten sind, mit denen TV- und Filmregisseure ihre Arbeiten dekorieren.